Das Projekt „Soziale Jungs Hamburg“ geht in die Verlängerung

05.06.2013
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Die Schirmherrin Isabella Vértes-Schütter (Intendantin des Ernst-Deutsch Theaters) und Marinus Bester (Teammanager HSV, stellvertretend für den Schirmherrn Dennis Diekmeier) überreichten den „Sozialen Jungs Hamburg“ ein Dankeschön, Foto: ASB Hamburg

Hamburg, 05. Juni 2013 – Eigentlich sollte es gestern im Bürgertreff Altona die Abschlussveranstaltung für die „Sozialen Jungs Hamburg“ sein - aber es kam alles anders. Der Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) Jan Pörksen sorgte mit seiner frohen Botschaft, das Projekt werde aufgrund der überdurchschnittlichen Ergebnisse noch bis Ende des Jahres weitergefördert, für die größte Überraschung des Abends.

Im Frühjahr 2010 wurde das Projekt „Soziale Jungs Hamburg“ ins Leben gerufen. Mit dem Träger ASB Hamburg wurde das Förderprojekt von der BASFI und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert, um Jungen im Alter von 13-16 Jahren für Engagements in sozialen Berufsfeldern zu gewinnen. Hintergrund für die Förderung ist auch eine arbeitsmarktpolitische Intention: es soll langfristig dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Nach dreijähriger Projektlaufzeit fällt das Resümee überaus positiv aus: Insgesamt haben mehr als 200 männliche Schüler einen Freiwilligendienst in einer sozialen Einrichtung absolviert. Dabei war das Aufgabenspektrum so facettenreich wie die Einrichtungen, die sich als Projektpartner beteiligt haben: 64 Kindertagesstätten und andere Kinderbetreuungseinrichtungen, 21 Einrichtungen zur Betreuung von Senioren und Menschen mit Assistenzbedarf und 16 Schulen. Ziel der frühzeitigen Praxiserfahrung in erziehenden und pflegenden Berufen ist, dass die männlichen Jugendlichen bei ihrer späteren Berufswahl auch eine Ausbildung im sozialen Sektor – wie im Bereich Erziehung, Betreuung von Kindern und Erwachsenen mit Assistenzbedarf, Altenpflege, Gesundheitspflege – in Betracht ziehen. Und tatsächlich: Erste Früchte trägt das Projekt bereits, denn ca. 10% der Projektteilnehmer haben einen zweiten Freiwilligendienst begonnen, einige davon sogar einen dritten.

Ein Grund für den Erfolg des Projekts liegt an der innovativen Art der Projektumsetzung: Allen teilnehmenden Schulen und Sozialbetrieben wurde eine fachliche Beratung in Genderfragen angeboten, um sich besser auf die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Herangehensweisen der Jungen im Vergleich zu Mädchen in sozialen Arbeitsfeldern einstellen zu können.

„Ich bekomme Erfahrungen im Umgang mit Menschen und zeige, dass ich teamfähig bin. Es bringt Spaß und ist auch mal etwas Anderes. Und es ist ja auch nützlich für den Lebenslauf“, sagt Marlon, Teilnehmer bei „Jung hilft Alt“, einem Partnerprojekt der „Sozialen Jungs“. Wie die meisten berichtet Marlon, er habe vom Freiwilligendienst profitiert, etwas fürs Leben gelernt und würde auch anderen empfehlen, sich ebenfalls sozial zu engagieren. Und das ist wohl die höchste Form der Anerkennung, die man von einem „Sozialen Jungen“ erhalten kann.