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Sanitätsdienst beim Hella Halbmatathon 2015 – aller Anfang ist schwer

02.10.2015
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  • OV-Nordost
Alea Hagedorn

Hey, ich bin Alea.

2013 habe ich in der Schule meine Ausbildung zur Schulsanitäterin gemacht und bin seitdem im Schulsanitätsdienst unterwegs.

Zu Anfang war das aufregend aber irgendwann kennt man die Bauchschmerzen vor Klassenarbeiten

und die Schürfwunden vom Fußballspielen. Es wurde Zeit für eine neue Herausforderung, also habe ich mich zu einem Sanitätsdienst beim ASB angemeldet. Und das war so...

Es war früh, wirklich viel zu früh! Damit meine ich wirklich frühste Frühe (und es war Sommer, da kann man selbst früh morgens nicht von Dunkelheit sprechen). Egal, ich stand trotzdem an der Straße, abholfertig in voller Sanitätermontur - so gesehen waren die leeren Straßen gar nicht so schlecht. Müdigkeit verspürte ich kaum, dafür war ich viel zu aufgeregt, viel mehr noch gespannt auf den Tag.

Es war nicht mein erster Dienst beim ASB, allerdings der erste, bei dem ich höchstwahrscheinlich auch tatsächlich jemanden behandeln musste - aber irgendwann fängt ja jeder mal an.

Getroffen und gesammelt wurde sich zunächst an der Fahrzeughalle, wo alle gemeinsam halfen, die Wagen mit allem zu beladen, was für einen solchen Dienst erforderlich ist.

Und dann ging es los.

Na ja, fast. In Kolonne fuhren wir im Schritttempo durch die volle Stadt zum Einsatzort,

dem Zieleinlauf  der Marathonstrecke. Nachdem alle Autos einen guten Standpunkt hatten, mussten die Zelte und Feldbetten aufgebaut werden.

Herausforderung Nr 1:

Ein Feldbett zusammenstecken sieht leicht aus, klappt aber am besten zu zweit. Nach den ersten kläglichen Versuchen hatte ich den Dreh aber raus.

Nach und nach füllte sich das Zelt mit Bänken, Türmen an Material und Verpflegung für die Crew.

Nur zu tun gab es noch nichts, klar, der Marathon hatte gerade erst angefangen und wir standen am Ziel, aber so hatte ich Gelegenheit, mich ein bisschen mit den anderen zu unterhalten und mir alles noch mal in Ruhe anzugucken. Immerhin musste ich mir merken, in welchen Schubladen die Verbände und in welcher die Pflaster waren (auch wenn es drauf steht!!).

Es war eine entspannte Stimmung, noch dachte keiner an Arbeit.

Gegenüber von unserem Lager machten sich schließlich die ersten Presseleute und Fotografen bereit. Die ersten Läufer kamen in Sichtweite!

Ich wollte gerade von meinem Snickers abbeißen, als der erste Verletzte reinkam. Um genauer zu sein, ein Verletzter und ein hektischer Mann der auf Englisch auf uns einredete.

Es handelte sich um den Sieger des Halbmarathons, einen Afrikaner, der sich leicht zittrig aufs Feldbett begab, begleitet von seinem panischen Coach. Der ließ seinen Schützling keine Sekunde aus den Augen und fing an, sehr schnell sehr viele Fragen zu stellen, bevor wir auch nur die Chance hatten, erstmal seinen Blutdruck zu messen. Doch ehe ich das Ende der Situation mitbekommen sollte, kam schon der nächste Läufer reingehumpelt. Blut übers ganze Bein verteilt. Und so oder so ähnlich ging es dann, mit Pausen, weiter. Zum Glück waren ja noch viele andere Helfer vor Ort.

Herausforderung Nr 2 :

„Machst du Protokoll ?“ Solltet ihr noch nie auf einem Dienst gewesen sein, sagt auf keinen Fall, so  wie ich, „klar, kein Problem“- glaubt mir, es wird ein Problem.

Ein Blick auf das Blatt genügte, es hätte auch auf japanisch da stehen können, denn zu meiner Ausbildung als Schulsanitäterin gehörte keineswegs die Abkürzung von der Sauerstoffsättigung oder die der Herzfrequenz...tja, half ja nix. Fragen, fragen, fragen aber bloß nicht den Patienten merken lassen, dass man komplett ahnungslos war. Spätestens nach dem dritten Protokoll hatte ich es dann auch drauf. Learning by doing. Und, naja, eigentlich doch nicht so schlimm.

Tipp: Gehe niemals ohne eine Uhr und mind. 5 Kugelschreiber auf so einen Dienst!!

Ich hatte keins von beiden dabei, was äußerst ungünstig ist, wenn man die Ankunft und Entlassungszeit jedes Patienten dokumentieren muss.

Der erste Schwung an Läufern war versorgt. In der Zeit, in der wir auf den zweiten Schwung warteten, erklärte mir der Zeltleiter in Kurzfassung die Anzeigen auf dem Frequenzmesser und die Blutzuckermessung – Ausbildung im Schnellverfahren!

Sobald die nächsten Verletzten ankamen, hatten wir wieder gut zu tun.

Eine meiner Patientinnen war 300m vor dem Ziel zusammengebrochen und lag jetzt entmutigt vor mir. Sie war traurig und enttäuscht aber froh darüber, jemanden zu haben, der ihr half.

„Macht ihr das freiwillig ?“, „Ja, ehrenamtlich“ „Das ist schön, ich freu mich sehr, dass ihr bei mir seid!“. Ich muss schon zugeben – das ist echt schön, so etwas zu hören.

Der Dienst neigte sich schließlich dem Ende zu und so allmählich spürte ich auch meine Beine und meinen Rücken. Viele waren müde und zu tun gab es jetzt auch nicht mehr viel.

Herausforderung Nr 3:

Zu guter Letzt musste das Zelt auch wieder abgebaut UND zusammengerollt werden. Letzteres war leichter gesagt als getan. Nach dem dritten Anlauf lag ein sehr verbeulter Plastikhaufen im Anhänger und hatte nur noch sehr wenig Ähnlichkeit mit dem zusammengelegten Zelt vom Morgen.

Zurück bei der Fahrzeughalle wurde alles wieder abgeladen und sich verabschiedet.

Der Dienst war zu Ende.

Puh, das war anstrengend gewesen, aber es gab lauter neue Erfahrungen und Begegnungen mit anderen Sanitätern und den Sportlern – so viel hätte ich in drei Jahren Schulsanitätsdienst nicht gelernt.

Also an alle, die sich noch nicht getraut haben, an einem Sanitätsdienst teilzunehmen:

Es macht super viel Spaß anderen zu helfen und es ist ok, auch mal etwas nicht zu können und die Arbeit an jemand anderen abzugeben! Angst kann man getrost zu Hause lassen.

Ich werde jetzt erstmal meinen Sanitätshelferlehrgang machen, lernen muss ich nämlich noch eine ganze Menge.

Alea Hagedorn, Klosterschule Hamburg

 

 

 

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