Presse - 5

12. März 2005 - Hamburger Morgenpost

Wir helfen Süd-Indien

Von Inga Frenser
Die 9. Klasse vom Othmarscher Kirchenweg sammelt fleißig Spenden

Knapp drei Monate liegt die Flutwelle von Südostasien nun zurück. Viele Menschen haben gespendet, doch jetzt scheint der Schrecken zu verblassen. Die großen Spendenflüsse sind versiegt, das Leid aber bleibt. Deswegen legt eine Schulklasse im Hamburger Westen jetzt so richtig los.

"Wir dürfen die Menschen dort nicht vergessen, auch jetzt, fast drei Monate nach dem Unglück, nicht", ist sich die 9. Klasse der Schule am Othmarscher Kirchenweg sicher. Mit Klingeldosen haben sich die 14- bis 16-Jährigen aufgemacht, die Menschen noch einmal wach zu rütteln. Gesammelt haben sie in Fußgängerzonen, Geschäften, in den eigenen Familien und der Schule. "Ganz genau wissen wir noch nicht, was wir bis jetzt eingenommen haben", verrät Klassenlehrerin Ilona Brokmann. "Die letzten Dosen werden erst in den kommenden Wochen ausgezählt. Für uns ist das aber alles erst der Anfang."

Das Engagement der Schüler ist kreativ: Selbst gebackener Kuchen wird in den Pausen an Mitschüler verkauft, eine geplante Schul-Disco soll Geld in die Spendenkassen spülen und auch der Verkauf von gesponsor-ten T-Shirts, mit dem Logo der Spendenaktion steht für die kommenden Monate an. "Wir waren von den Bildern, der Not der Menschen und dem Schrecken der Katastrophe so schockiert, dass wir einfach etwas machen mussten", erklärt Cihangir Cihan den Tatendrang. "Mit dem Geld wollen wir helfen, eine Schule in Südindien wieder aufzubauen und den Kindern dort eine kleine Perspektive zu bieten", so der 16-Jährige.

Unterstützt werden die Jugendlichen vom Hamburger ASB und dem Projekt "MOPO hilft". So oft wie möglich werden sie über die Fortschritte der Aufbauhilfe informiert. "Vielleicht haben wir irgendwann die Möglichkeit, eine Klassen-Partnerschaft mit einer betroffenen Schule zu entwickeln", hofft Ilona Brokmann. "Das wäre ein schöner Bonus für das soziale Engagement der Schüler."