ASB Hamburg

Arbeiter-Samariter-Bund

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Interkultureller Dialog

Auf den Spuren unserer Herkunft – Forum Dialog 21.-28.10.2007

Schüler der Schule Bunatwiete/ Maretstraße diskutieren im polnischen Kreisau über eigene Identität, kulturelles Leben und Wertvorstellung in einem modernen Europa Krzy¿owa. Eine multikulturelle Gemeinschaft hat sich in einem kleinen Dorf zusammen gefunden: Im zweiten Durchgang des Jahres 2007 trafen sich im Rahmen des Projekts Forum Dialog junge Leute mit tunesischen, russischen, ukrainischen und lettischen Ursprüngen, um sich kennen zu lernen, auszutauschen und darüber zu diskutieren, wie Kultur und Werte unseren Alltag beeinflussen und wodurch sie geprägt werden. Es werden in diesem Rahmen Probleme diskutiert, die eigene Identität erkundet und Vorurteile abgebaut.
In verschiedenen methodisch angelegten Workshops ging es darum, zu reflektieren, was die eigene Kultur und die des jeweils Anderen ausmacht, wie man eventuell auftretende interkulturelle Konflikte bei Begegnungen mit anderen lösen kann. Dazu wurde unter anderem über Kultur, Werte und Stereotypen gesprochen. Besonders gut verlief der Workshop zum Thema ‚Herkunft und eigene Wurzeln am Donnerstagvormittag. Auf einer großen Landkarte sollten die Jugendlichen den Geburtsort ihrer Großeltern und ihren aktuellen Lebensmittelpunkt markieren. Die jeweils unterschiedlichen Orte wurden danach mit Pfeilen verbunden und Gründe für die Migrationsbewegungen diskutiert.
Es war schön zu erleben, wie sich alle gegenseitig sehr aufmerksam zuhörten und sozusagen ein Stück weit in die jeweiligen Familienbiographien eingetaucht sind. Die integrativen Bestandteile des Programms, wie gemeinsame Ausflüge, Abendaktivitäten und Kochworkshops, trugen dazu bei, den interkulturellen Dialog ganz praktisch im Alltag erfahrbar zu machen.
Eine Schülerin aus Hamburg, deren Familie ursprünglich aus Kasachstan stammt, fand ziemlich schnell heraus, dass sie sich mit einem polnische Schüler, der mit seinen Eltern nach 1990 aus Russland nach Polen emigriert ist, auf Russisch verständigen kann. So war die Verständigung innerhalb der Gruppe kein Problem, da wichtige Dinge einfach aus dem Deutschen über das Russische ins Polnische übersetzt werden konnten. Auf diese Art und Weise gelingt es dem Projekt immer wieder aufs Neue, gelebten interkulturellen Dialog mit einer produktiven außerschulischen Lernatmosphäre zu verbinden und den Jugendlichen Raum für die Beschäftigung mit der eigenen Herkunft zu geben.
Organisiert wird das Forum Dialog gemeinsam von der Kreisau-Initiative Berlin e.V. und der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung. Beide Institutionen sind sehr erfahren im internationalen Jugendaustausch und organisieren jedes Jahr Begegnungen, die 15.000 Menschen in das niederschlesische Dorf Kreisau ziehen. In Kreisau traf sich während des zweiten Weltkriegs die Widerstandsgruppe um Helmuth James von Moltke, der sogenannte "Kreisauer Kreis".