Betreuung in Einrichtungen für assistenzbedürftige Menschen

Sozialpraktikum in den Elbe - Werkstätten

Dieses Sozialpraktikum hat meine Erwartungen übertroffen, viel Spaß gemacht und mir einen Einblick in eine ganz andere Welt gewährt mit der ich sonst nicht konfrontiert werde. Ich habe festgestellt, dass Behinderten- Werkstätten eine gute Lösung sind, um Behinderten ein Stück „Normalität“ in ihrem Leben zu ermöglichen. Die meisten behinderten Menschen, die ich kennen gelernt habe, wohnen in Behindertenheimen, betreuten Wohngruppen oder noch bei ihren Eltern. Meist wird sich liebevoll um sie gekümmert, aber eine Beschäftigung rund um die Uhr ist nicht möglich. Viele können sich allerdings nicht selbst beschäftigen. Wenn sie arbeiten, haben sie einen geregelten Tagesablauf, bekommen Kontakt zu anderen Menschen und eine Aufgabe, wie sie wahrscheinlich jeder Mensch im Leben braucht. Außerdem wird in den Werkstätten, obwohl die Arbeit im Mittelpunkt steht, auch versucht, die Fähigkeiten der behinderten Mitarbeiter zu schulen, indem man ihnen immer neue Arbeitsgänge erklärt.

Natürlich unterscheidet sich diese Arbeit sehr stark von einem „normalen“ Betrieb. Sie ist sehr einfach und monoton, was ich nicht in diesem Maße erwartet hätte, und es gibt keinen Leistungsdruck, da sich die behinderten Mitarbeiter wohlfühlen sollen. Es dürfen jederzeit Pausen gemacht werden, und die meisten kommen auch sehr gerne zur Arbeit. Da sie oft nicht die Möglichkeit haben außerhalb der Werkstatt Kontakte zu schließen, bleibt hier Raum für Liebe und Freundschaft, die hier auch gepflegt werden. Man erzählt selbstverständlich von zu Hause, bekommt Hilfe und Anteilnahme, aber auch Anerkennung und Aufmerksamkeit. Neben all dem bleibt sogar genügend Raum für Gefühlsausbrüche, denn wir hatten öfter Tränen und Luftsprünge, aber auch Streit.

Aber gerade dann wurde deutlich wie wichtig Menschlichkeit ist, und dass wir, als Betreuer, nicht nur die Aufgabe hatten, die Arbeit zu beaufsichtigen, sondern dass die gemeinsame Zeit beim Essen oder den angebotenen Sportaktivitäten ebenso wichtig war. Die Gespräche, die Witze und jede Aufmerksamkeit wurde dafür aber mit sehr viel Zuneigung erwidert.

Mir persönlich hat dieses Praktikum eine ganze Menge Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen gebracht. Ich habe festgestellt, dass man auch mit ihnen eine Menge Spaß haben kann, denn sie verhalten sich oft wie kleine Kinder. Dadurch, dass ich so herzlich aufgenommen wurde, merkte ich, dass der Umgang mit den behinderten Mitarbeitern gar nicht kompliziert ist. Man muss sich nur auf die Menschen einstellen.

Ich bin mir sicher, dass mir dieses Praktikum etwas gebracht hat und ich würde es auch jederzeit weiter empfehlen, da man sonst nur selten Kontakt zu solchen Menschen bekommt und es so einmal die Gelegenheit gab, Vorurteile abzubauen und eigene Grenzen zu sprengen.

Elke Strade (Januar 2002 in der 11a)