Ehrenamtliche Lese- und Lernpat:innen

ASB Ortsverband Hamburg Nordost Lese- und Lernpaten; Foto: ASB/Hannibal
ASB Ortsverband Hamburg Nordost Lese- und Lernpaten; Foto: ASB/Hannibal

Darum sind Lese- und Lernpat:innen so wichtig

Wie in anderen Großstädten, so ist auch in Hamburg eine Zunahme an Kindern mit erheblichen Sprach- und Leseschwierigkeiten zu beobachten. Dadurch verlieren sie schnell den Anschluss an den allgemeinen und weiterführenden Unterricht und haben in der Konsequenz oft schlechtere Bildungs- und Zukunftsaussichten.

Unser Ziel ist es, dass die Kinder mit Unterstützung der Lesepat:innen so gut lesen lernen, dass sie in allen Schulfächern gut mitkommen. Durch frühzeitige individuelle Förderung der Sprach- und Lesekompetenz verbessern sich ihre Chancen bei der Schulbildung, bei Integration und Berufswahl; Begabungen werden erkannt, Selbstbewusstsein und Lebensfreude steigen.

Das erwartet Dich als Lese- und Lernpat:in

Unsere Lese- und Lernpat:innen unterstützen Kinder von der Vorschulklasse bis zur vierten Klasse beim Lesenlernen und Leseverstehen.

Unsere Lesepat:innen sind fest an eine Klasse angebunden (z.B. die momentane Klasse 2b) und begleiten die Kinder mindestens für ½ Jahr, meistens sogar über mehrere Jahre. Sie gehen an einem Vormittag in der Woche für ca. 1-1,5 Stunden an die Schule und arbeiten während dieser Zeit mit 2-4 Kindern nacheinander für jeweils 20-30 Minuten.

Oft wird mit dem (Lehr)Material gearbeitet, das im regulären Unterricht verwendet wird. Dies ermöglicht sofortige Unterstützung und fördert den Anschluss an die nächste Unterrichtseinheit. Selbstverständlich sind auch andere und individuelle Lese- und Lernmaterialien willkommen!

Die Auswahl der Lesekinder pro Woche erfolgt in enger Abstimmung mit der Lehrkraft – wobei der Schwerpunkt klar bei Kindern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf liegt.

Wir möchten allerdings, dass die Zeit mit der/dem Lesepat:in als etwas positives wahrgenommen wird. Daher ist es uns wichtig, dass im Laufe eines Schulhalbjahres jedes Kind der Klasse die Möglichkeit bekommt, mindestens einmal Zeit mit der/dem Lesepat:in zu verbringen.

„Es ist ein Geben und Nehmen, das auf beiden Seiten viel Freude bereitet“- so beschreiben es unsere Lese- und Lernpat:innen.

Das sind Deine Aufgaben

  • Förderung des flüssigen Lesens
  • Übungen zur korrekten Aussprache
  • Einführung und Erklärung neuer Wörter
  • Unterstützung beim Erfassen des Sinns eines Textes
  • (manchmal braucht das Kind auch einfach „ein offenes Ohr“)

Das solltest Du mitbringen

  • Freude und Geduld im Umgang mit Kindern
  • Spaß am Lesen und Erklären
  • Sehr gute deutsche Sprachkenntnisse
  • Verfügbarkeit an einem Vormittag in der Woche für mindestens eine Stunde (plus Hin- und Rückweg); Pause in den Hamburger Schulferien
  • Bereitschaft für ein längerfristiges Engagement (mindestens 6 Monate)
  • Mindestalter 18 Jahre

Hier findest du unsere Partnerschulen

Wir arbeiten zurzeit mit 5 Partnerschulen im Hamburger Nordosten zusammen. Sie befinden sich in den Stadtteilen Altrahlstedt, Billstedt, Jenfeld, Steilshoop und Wandsbek.

Wir haben Dein Interesse geweckt? Werde Teil unseres Teams!

Wenn Du Dich in dieser Beschreibung wiederfindest und einen wertvollen Beitrag leisten möchtest, freuen wir uns auf Deine Kontaktaufnahme per E-Mail oder Telefon. Vielen Dank!

Urta Schünemann

Leitung Quartiersarbeit

Schimmelmannstraße 123
22043 Hamburg

Hier findest Du weitere Informationen zu unserem Projekt

So wirst du Lese- und Lernpat:in:

Du nimmst mit uns Kontakt auf und wir verabreden uns zu einem ersten telefonischen Gespräch, um Details und etwaige Fragen zu klären sowie um herauszufinden, ob diese freiwillige Tätigkeit wirklich zu Dir und Deinen Wünschen und Bedürfnissen passt. Wenn es passt, laden wir Dich für ein persönliches Gespräch zu uns ein, bei dem wir uns besser kennenlernen und gleich die „Formalitäten“ erledigen (z.B. Vereinbarung über eine freiwillige Tätigkeit). Mit unserer Hilfe beantragst Du ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, das uns dann zur Einsicht vorgelegt werden muss (das Führungszeugnis ist für Dich kostenlos).

Danach vermitteln wir Dich an die entsprechende Grundschule, wo ebenfalls ein kurzes Kennenlerngespräch stattfindet und geklärt wird, zu welcher Zeit und in welcher Klasse Du tätig werden kannst.  Dann kann dein Engagement als Lese- und Lernpat:in starten!

Dieser Prozess erscheint erst einmal langwierig, doch uns ist es wichtig, Dich kennenzulernen und dann ein langfristiges Engagement aufzubauen, in dem sich sowohl die Kinder als auch Du wohlfühlen. Darum nehmen wir uns am Anfang etwas Zeit, um sicher zu sein, dass die Lese- und Lernpatenschaft das richtige für Dich ist.

Mit diesem zeitlichen Aufwand musst Du rechnen:

Der Aufwand beträgt 1 - 1,5 Stunden pro Woche, plus Hin- und Rückweg und ggf. Deine persönliche Vorbereitungszeit. Die Tätigkeit findet am Vormittag parallel zur regulären Unterrichtszeit in einem separaten Raum statt.

Wenn Sie Lesepat:in werden wollen, würden wir uns über ein langfristiges Engagement freuen, da die Kinder sich an Sie gewöhnen und Vertrauen zu Ihnen fassen, darum wollen wir unnötig häufige Wechsel der Pat:innen vermeiden. Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass sich die persönliche Lebenssituation ändern kann und Sie die Patenschaft aufgeben müssen, dennoch sollten Sie zu Beginn Ihres Engagements mindestens ein halbes Jahr einplanen.

Bei Fragen & Problemen kontaktierst Du:

Wenn es Punkte gibt, die Du nicht mit der Lehrkraft besprechen möchtest oder kannst, ist Deine erste Ansprechperson die/der Koordinator:in an der Schule.

Natürlich ist aber auch die/der Projektkoordinator:in beim ASB Hamburg-Nordost für Dich da und ansprechbar (siehe Kontaktdaten weiter oben auf der Seite).

Das sind unsere Lese- und Lernpat:innen:

Man sagt, Rentner:innen hätten nie Zeit, dennoch sind der Großteil unserer Lese- und Lernpat:innen im Rentenalter. Wir haben aber auch ein paar „Jungspunde“ dabei, die die Lesepatenschaft in ihren beruflichen Alltag integrieren oder sich parallel zum Studium engagieren.

Viele Lese- und Lernpat:innen sind bereits seit vielen Jahren aktiv und haben schon mehrere „Generationen“ von Grundschulkindern begleitet. Es gab auch schon Einladungen zum Abiball eines ehemaligen Lesekindes!

Das sagen unsere Lesekinder und Lese- und Lernpat:innen

Zitate unserer Lesekinder:

„Ich finde gut, dass ihr mit uns lest und dass wir besser lernen.“

„Ich finde es toll, dass sie mit uns Spiele spielt und mit uns gerne liest, und das macht Spaß mit ihr und sie ist nett.“

„Weil sie am meisten Bücher bringt, was ich sehr doll mag und ich mag mit ihr zu lesen.“

„Danke, dass du mit uns liest und dass wir schlauer werden.“

Antworten unserer Lese- und Lernpat:innen auf die Frage: „Was motiviert Dich, Lese- und Lernpat:in zu sein?“

„Für mich ist es jedes Mal das schönste zu sehen, wie die Kinder sich darüber freuen, dass ich da bin. Es ist ganz egal ob es der Klassenclown, der/diejenige der/ noch starke Schwierigkeiten mit dem Lesen hat oder eine/r die es schon nahezu perfekt können. Alle wertschätzen und genießen die Zeit.“

„Ich bin sehr gerne Lesepatin. Es ist eine äußerst sinnvolle Aufgabe. Man hilft den Kindern und hat selbst ganz viel Freude. Schon nach kurzer Zeit des Kennenlernens werde ich auf dem Schulhof freudig begrüßt. Die Lehrerinnen sind ebenso wie die Schülerinnen und Schüler froh über jegliche Unterstützung und zeigen mir ihre Wertschätzung.“

„Ich liebe das Lesen mit den Kindern, weil es eine win-win Situation ist, man bekommt so viel zurück und hilft kleinen Menschen, eine bessere Zukunft zu haben.“

„Mir bereitet es große Freude, als Lesepatin tätig zu sein, weil die Kinder so offen und neugierig sind und das Angebot gerne annehmen. Ich bin gerne Lesepatin, weil ich damit in einem wichtigen gesellschaftlichen Bereich etwas Sinnvolles tue. Das ist sehr befriedigend.“

„Die Begrüßung durch viele Kinder der Klasse ist eine Umarmung, sobald ich auftauche. … Mir macht die Tätigkeit viel Freude, und ich finde es sehr gut, dass es keine Altersbegrenzung wie in manchen anderen Ehrenämtern gibt.“

„… sie in Mathematik und Deutsch zu fördern und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Jetzt steht mein vor 11 Jahren erster Schüler vor mir, umarmt mich immer noch, ist groß, schlank und für mich wunderschön geworden. Und er baut gerade sein Abitur … und ich bin schon zum Abi-Ball im nächsten Jahr eingeladen. Ich bin sehr dankbar für das, was die Kinder mir gegeben haben!!!“