Wenn jede Minute zählt: ASB und Hilfsorganisationen erstmals Teil von Red Storm Charlie

Vom 24. bis 26. September hat Hamburg bei der Großübung Red Storm Charlie den Krisenfall geprobt. Zum ersten Mal waren dabei auch die Hilfsorganisationen eingebunden. Der ASB Hamburg war an zwei Tagen im Einsatz: am Freitag mit einem Crashkurs „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ am O'Swaldkai und am Samstag mit Ehrenamtlichen im Behandlungsplatz am Hamburg Airport.
Hamburg als Drehscheibe
Die Übung ging von folgender Annahme aus: Die NATO verlegt Truppen an ihre Ostflanke, und Hamburg wird zur Drehscheibe für Soldaten und Material. Drei Tage lang wurde durchgespielt, was das für die Stadt bedeuten kann. Dazu gehörten Drohnenabwehr im Hafen, Militärkonvois durch die Stadt, ein Chemieunfall, eine Explosion mit Verletzten und eine Notaufnahme in einer Tiefgarage. Mehr als 1.700 Menschen aus über 60 Organisationen haben mitgemacht, darunter Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, THW, Unternehmen udn die Hilfsorganisationen: ASB Hamburg, DLRG, DRK, Johanniter und Malteser. Der Leitgedanke war, sich kennenzulernen, bevor man sich im Ernstfall braucht.
Freitag: Vorsorge beginnt bei jedem Einzelnen
Bevor Einsatzkräfte helfen können, vergehen im Ernstfall oft wertvolle Minuten, manchmal auch Stunden. Wer dann weiß, was zu tun ist, schützt sich selbst und kann anderen helfen. Deshalb hat der ASB Hamburg am Freitag, 25. September, einen Crashkurs „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ angeboten. Er war fester Bestandteil des offiziellen Übungsprogramms. Im Fruchtkontor der EDEKA am O'Swaldkai, mitten im Übungsgeschehen, zeigte Thomas Ulbrich, Leiter der Breitenausbildung, den VIP-Gästen und der Presse, worauf es ankommt: Notfallrucksack packen, Lebensmittel bereithalten, Warnungen verstehen und sich für ein paar Tage ohne Strom vorsorgen.
Die Kurse „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ bietet der ASB Hamburg seit Jahren für alle Hamburgerinnen und Hamburger an. Red Storm Charlie hat gezeigt, wie gut sie zu dem passen, was der Bevölkerungsschutz heute braucht.
Samstag: 60 Verletzte, volle Kliniken
Die größte Lage kam zum Schluss. Auf dem Truppenübungsplatz Munster ereignet sich ein schwerer Unfall, bei dem 60 Soldaten verletzt werden. Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ist bereits ausgelastet. Deshalb wird die Medizinische Task Force 56 alarmiert, zu der auch der ASB Hamburg gehört. Sie baut auf dem Gelände von Lufthansa Technik am Hamburg Airport einen Behandlungsplatz auf.
Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei fliegen die Verletzten ein. Auf dem Vorfeld nehmen Feldjäger ihnen die Waffen ab. Danach übernehmen die Ehrenamtlichen: Sie übernehmen die Verletzten von den Notärzten, sichten sie, entscheiden, wer zuerst behandelt wird, und versorgen sie. Wer weiterführende Hilfe braucht, bringt der Patiententransportzug in die Zentrale Notaufnahme des UKE, das seine Kapazitäten kurzfristig hochfährt. Erstmals war auch die psychosoziale Notfallversorgung aktiv eingebunden.
Für viele Einsatzkräfte war das Neuland. Verletzte in Uniform und mit Waffe gehören nicht zum Alltag im Sanitätsdienst. „Man kann sich darauf nie richtig vorbereiten, deshalb ist es umso wichtiger, das Zusammenspiel zu üben“, sagte Yannick Hänschke, Gruppenführer unseres ASB Ortsverbandes Hamburg-Nordost.
Insgesamt waren am Samstag 160 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen im Einsatz, 28 davon vom ASB Hamburg. Sie haben ihren Samstag gegeben und ihre Freizeit in Ausbildung investiert, um bereit zu sein, wenn es darauf ankommt. Der ASB Hamburg dankt allen von Herzen.
Was bleibt
Nach Einschätzung der Bundeswehr haben rund 85 Prozent der Konzepte funktioniert, und für den Rest gibt es nun konkrete Ansatzpunkte. Für den ASB Hamburg ist klar: Ein starker Bevölkerungsschutz braucht leistungsfähige Hilfsorganisationen, eine verlässliche Ausstattung, ein gut unterstütztes Ehrenamt und eine Bevölkerung, die weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Dafür setzen wir uns weiter ein. Großer DANK an alle Beteiligten!



