Freiwilligendienste beim ASB Hamburg: Engagement mit Wirkung – trotz politischer Gegenwinde

29.12.2025
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Mit dem Hamburger Appell ringen die Träger der Freiwilligendienste seit über zwei Jahren um bessere Bedingungen und eine Landesförderung. Foto: Henning Angerer.

Das Jahr 2025 nähert sich seinem Ende – für die Freiwilligendienstkoordination des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Hamburg ist das Anlass für eine Bilanz. Ein Rückblick, der zeigt: Freiwilligendienste sind weit mehr als ein Übergangsjahr nach der Schule. Sie sind ein wichtiger Pfeiler für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Werte und die Zukunft sozialer Arbeit – auch wenn die politischen Rahmenbedingungen zunehmend herausfordernd sind.

Junge Menschen, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim ASB Hamburg entscheiden, übernehmen Verantwortung. Sie engagieren sich in sozialen Einrichtungen, unterstützen hauptamtliche Fachkräfte und sammeln Erfahrungen, die prägen – persönlich wie beruflich. Gleichzeitig leisten sie einen konkreten Beitrag für das Gemeinwohl. Bundesweit entscheiden sich jedes Jahr rund 90.000 junge Menschen für diesen Weg.

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung kommt den Freiwilligendiensten eine besondere Bedeutung zu. Sie fördern demokratische Werte, stärken Solidarität und bringen Menschen zusammen, die sich sonst im Alltag kaum begegnen würden. Damit wirken sie integrativ – leise, aber nachhaltig.

Doch die Rahmenbedingungen sind schwierig. Seit Jahren belasten Kürzungen auf Bundesebene die Freiwilligendienste. Auch in Hamburg stockt die Umsetzung einer Landesförderung, obwohl diese bereits im Koalitionsvertrag der Hamburgischen Bürgerschaft nach der Wahl 2025 verankert wurde. Fortschritte lassen bislang auf sich warten.

Mit der Einführung einer freiwilligen Wehrpflicht durch den Bund dürfen die Freiwilligendienste aus Sicht der Träger nicht außer Acht gelassen werden. „Freiwilligendienste sind ein bewährtes, gut funktionierendes System“, betont Markus Schreiber, Landesvorsitznder des ASB Hamburg. „Um junge Menschen weiterhin zu gewinnen, brauche es dringend attraktivere Rahmenbedingungen – finanziell wie strukturell."

Trotz aller Unsicherheiten blickt das Team der ASB-Freiwilligendienstkoordination optimistisch nach vorn. Auch 2026 werden wieder engagierte junge Menschen ihren Dienst antreten – bewusst, motiviert und mit dem Wunsch, etwas zu bewegen. Sie zu begleiten, zu unterstützen und in ihrer Entwicklung zu stärken, bleibt ein zentraler Auftrag.

Der Mehrwert ist dabei klar: Freiwilligendienstleistende entlasten den Arbeitsalltag in sozialen Einrichtungen, bringen neue Perspektiven ein und sind ein wichtiger Baustein für nachhaltige Fachkräftegewinnung. Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit zwischen Koordinationsteam, Einsatzstellen und hauptamtlichen Mitarbeitenden.

Zum Jahresabschluss richtet der ASB Hamburg daher einen ausdrücklichen Dank an alle Beteiligten – insbesondere an die Einsatzstellen, die jungen Menschen Lernräume außerhalb von Schule und Ausbildung eröffnen. Sie machen Engagement erlebbar und tragen dazu bei, dass Freiwilligendienste auch in Zukunft wirken können: für den ASB, für Hamburg und für die Gesellschaft insgesamt.