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Dienstag 09. Juli 2019 | Aktuelles, Pressemeldungen, Landesverband, Wünschewagen

ASB Wünschewagen begleitet Ex-Westernreiter zu seinem Pferdehof

Menschen in ihrer letzten Lebensphase Glück und Freude schenken - das ist die Mission unseres Wünschewagens. Für den 82-Jährigen Edzard Riek ging es noch einmal zum Pferdehof "Sunny-Ranch". Hier verbrachte er als Reiter, Turnierrichter und Besucher seine glücklichsten Stunden.

Ute Abraham, Betreiberin der "Sunny-Ranch", erfüllt dem 82 Jahre alten Edzard Riek einen Herzenswunsch mit dem Besuch auf dem Pferdehof. Foto: dpa / C. Koeplin.

Ute Abraham, Betreiberin der "Sunny-Ranch", erfüllt dem 82 Jahre alten Edzard Riek einen Herzenswunsch mit dem Besuch auf dem Pferdehof. Foto: dpa / C. Koeplin.

Wesselburen (dpa/lno) - Für die meisten Menschen steht ihr letzter Wunsch fest: noch ein Mal das Meer sehen. Bei Edzard Riek ist das anders. Der ehemalige Westernreiter möchte noch einmal dorthin, was ihm das Liebste im Leben war: zu den Pferden. Deshalb ist der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes Hamburg (ASB) unterwegs zum Pferdehof «Sunny Ranch» in Wesselburen (Kreis Dithmarschen). Auf der Pferderanch hat der heute 82-Jährige zahlreiche glückliche Stunden erlebt: auf dem Rücken der Pferde, als Turnierleiter bei Western-Reitturnieren oder einfach nur als Besucher.

Der alte Mann mit den weißen, langen Haaren und dem vergilbten Bart ist nicht sehr gesprächig. Die erste Fahrt mit dem Wünschewagen musste schon abgesagt werden, weil es dem 82-Jährigen nicht gut ging und er ins Krankenhaus musste. Schon vor Jahren hatte er mehrere Schlaganfälle, ist halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Aber nun geht es ihm besser und die beiden ehrenamtlichen Helfer können ihn am Ruckteschell-Heim in Hamburg-Eilbek abholen und mitsamt seinem Rollstuhl in den Wünschewagen - einen umgebauten Rettungswagen - verladen. Ob er sich freut, noch einmal Pferde zu sehen? Der 82-Jährige nickt nur mit dem Kopf, sprechen möchte er nicht so gerne.

Eine Freundin hatte für ihn beim Wünschewagen-Team angefragt. «Obwohl es den Wünschewagen schon seit zwei Jahren in Hamburg gibt, ist er noch nicht überall bekannt», sagt Sascha Köpke, einer der beiden ehrenamtlichen Helfer. Seit einem Jahr begleitet der Altenpfleger aus Kiel todkranke Menschen auf ihrer letzten Fahrt. «Die meisten Menschen möchten noch ein Mal das Meer sehen», sagt der 43-jährige Rettungssanitäter. Seit 2014 erfüllt das aus Spenden finanzierte bundesweite Projekt schwerstkranken Menschen einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort.

Auf dem Hof wartet schon Besitzerin Ute Herold auf Edzard Riek. Die beiden kennen sich von zahlreichen Turnieren, haben sich aber lange nicht gesehen. Behutsam nähert sich die 56-Jährige ihrem alten Freund. «Hier müsstest Du Dich gut auskennen. Das war unser Abreiteplatz», erzählt sie und zeigt dem 82-Jährigen den Hof. Als sich die kleine Gruppe den Pferden nähert, die auf der Koppel weiden, blüht der alte Mann richtig auf. Auf die Frage, welche Rasse denn sein eigenes Pferd gehabt hat, spricht er zum ersten Mal und macht sogar einen Witz: «Ein Some-Horse. Some of this und some of that.»

Nach zwei Stunden ist es Zeit für die Heimreise. Als Edzard Riek in den Wünschewagen geschoben wird, umarmt Ute Herold ihn noch ein letztes Mal. «Die schönen Erinnerungen kann uns keiner nehmen», sagt sie zum Abschied und winkt dem Wagen hinterher.

Wer mehr über den Wünschewagen erfahren möchte, sich für eine Wunschfahrt oder ehrenamtliches Engagement interessiert, kann sich gern an uns wenden, Tel.: 040 83398-173, Mail: wuenschewagen@asb-hamburg.de.


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