Sie befinden sich hier:
Home » ... Jugendeinrichtungen » JUST Wandsbek-Gartenstadt » SchulsozialpädagogikSchulsozialpädagogik
Schulsozialpädagogik an der Schule am Eichtalpark!
Die Schule am Eichtalpark und das Jugend- und Stadtteilzentrum Stephanstraße (JUST) pflegen seit mehreren Jahren eine enge Kooperation institutioneller- und projektbezogener Art, aber auch bezogen auf einzelne Kinder und Jugendliche.
Seit dem Ausbau zur teilgebundenen Ganztagsschule ab dem Schuljahr 2007/2008 und dem Installieren von Schulsozialarbeit in den schulischen Kontext unter unserer Trägerschaft wurde diese Kooperation wesentlich intensiviert.
Die zurückliegenden drei Jahre waren aus unserer Sicht sehr positiv und dies insbesondere in Bezug auf einen Zugewinn für die SchülerInnen und Eltern sowie dem Austausch zwischen Lehrkräften und Sozialpädagogen. Viele Prozesse wurden in Gang gesetzt.
Die Aussicht im Zusammenhang des Ausbaus zur gebunden Ganztagsgrundschule diese aktive Rolle wesentlich zu erhöhen, und das Zusammenwirken zwischen Schule und Jugendhilfe in dieser hohen Qualität konzeptionell mit zu gestalten, erfüllt uns mit großer Motivation. Daher würde das JUST in Trägerschaft des ASB Hamburg GmbH sehr gerne als Kooperationspartner mit der Schule am Eichtalpark fungieren.
Folgende wesentliche Zielsetzungen wären aus unserer Sicht wichtig:
- Chancengleichheit auch für benachteiligte SchülerInnen sicherstellen
- Elternberatung und Mitwirkung intensivieren
- Durch positives Schulklima Lernfreude ermöglichen
- Sozialpädagogische Hilfestellungen auf individuelle soziale Problemlagen von Kindern und Eltern
Ein besonderer Reiz dieser Kooperation besteht für uns aufgrund des geplanten Handelns im Team zwischen LehrerInnen, SozialpädagogInnen bzw. ErzieherInnen. Bereits in den zurückliegenden Jahren der Kooperation war eine Begegnung auf Augenhöhe in einer Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung prägend. Die geplante Arbeit im Team stellt aber eine neue Qualität dar, die wir als große Chance empfinden und sehr gerne mit gestalten würden.
2. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Das gesellschaftliche Umfeld, in dem Kinder in Deutschland aufwachsen unterliegt einem rasanten Wandel. Aus der Fülle an Erkenntnissen hier einige Aspekte, die in den aktuellen Forschungen und Veröffentlichungen zu finden sind:
- Viele Familien sind aufgrund ihrer jeweiligen Situation nicht in der Lage, Erziehungsaufgaben so auszuüben, wie es erforderlich wäre. Es herrscht oft eine große Unsicherheit, wie die „richtige“ Erziehung aussehen soll, was Heranwachsende brauchen und wie Eltern ihren Weg finden.
- Viele Kinder wachsen geschwisterlos auf oder leben in vielfältigen Familienstrukturen. Sie erleben, wie schwierig es für ihre Eltern ist, die materielle Existenzgrundlage zu sichern.
- Die Unterhaltungs- und Informationsmedien haben den Alltag von Kindern und Jugendlichen stark verändert. Körperlich passive Freizeitgestaltung mit dem Handy, dem PC oder vor dem TV dominiert den Alltag zu vieler Kinder und Jugendlichen.
- Kinder erleben in ihrem Alltag unterschiedliche kulturelle und religiöse Normen. Dem Anspruch einer interkulturellen Erziehung steht die Gefahr von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit gegenüber.
- Der gesellschaftliche Wandel vollzieht sich auch durch die Veränderung des Arbeitsmarktes. Um hier eine Chance zu haben, sind Verhaltens- und Qualifikationsanforderungen erforderlich, die viele nicht mehr einüben und erreichen.
- Gewalt tritt auch durch ihre hervorgehobene Präsenz in den Medien als gesellschaftlich akzeptierte Form der Konfliktlösung in den Vordergrund. Das Recht des Stärkeren wird mangels alternativer Erfahrungen als alltägliche Verhaltensweise erlernt und praktiziert.
Auch die Kinder der Schule am Eichtalpark bringen jeden Tag ihre Erfahrungen und ihre soziale Situation mit in die Schule. Aus unserer Sicht ist es für das Umfeld der Schule absolut sinnvoll, eine gebundene Ganztagsgrundschule einzurichten. Wir möchten mit dazu beitragen, dass den SchülerInnen wesentlich bessere Bedingungen zum Lernen und Aufwachsen geboten werden.
3. Wesentliche Elemente der Kooperation
Für eine erfolgreiche Kooperation stehen für uns folgende Punkte im Fokus:
- Teamarbeit und -entwicklung
- Das Kind als Individuum wahrnehmen
- Öffnung in den Sozialraum
Durch das Wirken der JUST- Sozialpädagogen in der Schule am Eichtalpark hat sich bereits eine vertrauensvolle Kooperation auf allen Ebenen entwickelt, viele Synergien haben sich ergeben.
Die Aussicht, das bisher eher arbeitsteilige Agieren in weiten Teilen aufzulösen, erweckt eine extrem große Motivation. Bereits in der Vergangenheit wurde uns eine sehr wohlwollende, partnerschaftliche Haltung entgegen gebracht.
Wenn LehrerInnen, SozialpädagogInnen und ErzieherInnen im Team arbeiten, bedarf es aber trotzdem aus unserer Sicht einer intensiven Begleitung und Möglichkeit der Reflexion. Hier müssen Strukturen geschaffen werden, die gerade zu Beginn mögliche Fehlentwicklungen gar nicht erst entstehen lassen. Wir sehen diesem Prozess voller Optimismus entgegen.
Ausschlaggebend für das mögliche Eintreten in eine enge Kooperation mit der Schule am Eichtalpark ist die Überzeugung, dass die Weiterentwicklung zur Ganztagsgrundschule wesentlich größere Chancen auch für bildungsbenachteiligte Kinder bietet. Insofern decken sich unsere Ansichten zur individuellen Wahrnehmung des Kindes im Konzept zur gebundenen Ganztagsgrundschule am Eichtalpark mit unseren. SchülerInnen lernen auf vielfältige Weise, haben individuelle Interessen. Die Chance, dem durch ein längeres Verweilen in der Schule sowie einer Rhythmisierung zu begegnen ist für uns sehr reizvoll.
Wir möchten dazu beitragen, dass die Schule am Eichtalpark ein Ort wird, an dem sich die SchülerInnen wohl fühlen.
Zur kompletten Gestaltung eines schulischen Ganztags bedarf es unterschiedlicher Partner. Musische, sportliche oder kreative Angebote können auf vielfältige Art durchgeführt werden. Daher begrüßen wir ausdrücklich das Zusammenwirken mehrerer Institutionen im schulischen Ganztag. Auch das JUST steht für Projekte oder Aktionen offen und bietet die Nutzung von Räumlichkeiten an.
4. Profil innerhalb der Kooperation
Wir begrüßen ausdrücklich das gemeinsame Wirken des pädagogischen Personals aus Schule und Jugendhilfe. Es ist unsere feste Überzeugung, dass dies insbesondere zum Wohle der SchülerInnen sein wird.
Trotzdem bleibt es auch wichtig, Arbeitsansätze mit erweiterten Ressourcen durchzuführen, die aufgrund der aktuellen Begrenztheit nicht umfänglich genug ausgeführt werden können. Dazu gehören:
- Präventive Arbeit mit Kindern, Eltern und Lehrkräften
- Sozialpädagogische Gruppenangebote für Klassen oder Kleingruppen zur Entwicklung von Gruppenfähigkeiten
- Einzelberatung und Intensivbetreuung für Mädchen und Jungen zur Stabilisierung der Persönlichkeit inklusive Hausbesuchen
- Eltern- und Familienberatung auf der Grundlage der eingehenden Kenntnis der Lern- und Lebenssituation des Schülers bzw. der Schülerin
- Im Einzelfall Überleitung in das JUST- Primar- Projekt
Sollte sich die Schule am Eichtalpark das JUST als Kooperationspartner zum gebundenen Ganztag wählen, wäre es aus unserer Sicht äußerst wichtig frühzeitig gemeinsame Standards zu entwickeln, damit ein vergleichbarer, nachvollziehbarer Umgang des pädagogischen Personals im Umgang mit den SchülerInnen erreicht wird. Dieser Prozess wurde bereits im Jahr 2010 begonnen, sollte aber bei Feststehen der angedachten Schulentwicklung umgesetzt werden. Diese Standards sollten den pädagogischen Umgang mit SchülerInnen, aber auch die interne schulische Kommunikation regeln. Auch der Elternkontakt sollte aus unserer Sicht eine nachvollziehbare Struktur erhalten.
Soziales Lernen als Unterrichtseinheit hat bereits einen festen Platz in der Schule am Eichtalpark. Dieses sollte unbedingt fortentwickelt und im Team mit dem jeweiligen Jahrgang durchgeführt werden. Hier wären für die Zukunft auch Kleingruppensettings denkbar, die aber unbedingt einen festen Elternbezug bzw. –rückkopplung beinhalten muss. Denkbar wären Kleingruppen für Kinder mit besonderer Symptomatik (z.B. Mangel an Selbstvertrauen, Kontaktstörungen, Außenseiterposition, Lernhemmungen)
Beratung und Begleitung von Mädchen und Jungen in Krisensituationen oder bei unregelmäßigem Schulbesuch sind bereits aktuell Arbeitsalltag der tätigen Sozialpädagogen. Es besteht die große Hoffnung, diese Arbeitsinhalte zu intensivieren und auch Hausbesuche durchführen zu können.
Dieses gilt auch für eine Erziehungsberatung für die Eltern der SchülerInnen, die ebenso eine Koordination von Hilfsangeboten anderer Institutionen in Konflikt- und Krisensituationen beinhalten.
Im Einzelfall sollte auch weiterhin eine Überleitung in das JUST- Primar- Projekt erfolgen. Dieses immer zeitlich begrenzte Programm bietet die Möglichkeit, effektiv mit dem Kind Veränderungen herbei zu führen und gewährleistet einen sehr engen Kontakt zu den Eltern. Hier findet darüber hinaus auch eine Abstimmung mit dem Jugendamt statt. Dieses Projekt erscheint uns eine perfekte Ergänzung zum schulischen Alltag, eine mögliche enge Kooperation zwischen Schule am Eichtalpark und JUST bietet die Möglichkeit des gemeinsamen Handelns im Sinne des Kindes.
Kontakt
Schule am Eichtalpark / Schulsozialpädagogik
Inka Iwers
Dipl. Sozialpädagogin
Walddörfer Straße 243
22047
Hamburg
eMail: eMail-Kontakt
Telefon: 040 42886390

