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Arbeiter-Samariter-Bund

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Schüler begeistert von "coolen alten Leuten"

Gespräche schlagen Brücken zwischen Generationen -  
Zeitzeugen berichten von Bombenangriffen und Kriegsende in der Region

VON BERND APPEL / FP Zwickau 17.03.07

Wilkau-Haßlau. Neugierige Jugendliche der Pestalozzi-Mittelschule haben diese Woche Rentnern regelrecht Löcher in den Bauch gefragt. Bei Projekttagen führten sie Gespräche mit Menschen der älteren Generation, die dafür extra in das Wilkauer Seniorenzentrum gekommen waren. Hinterher hätten sie sich begeistert gezeigt über "die vielen coolen alten Leute", berichtete Sabine Prunitsch vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die das Vorhaben betreute. "Die Interview-Situation haben die Schüler hervorragend gemeistert", meinte sie. "Ich denke, beide Seiten haben wichtige Impulse bekommen.

Und das war ja vor allem das Ziel" Zu denen, die sich "ausquetschen" ließen, zählten Hans Fischer, Manfred Haubold und Gunter Mühlmann. Die drei kommunalpolitisch aktiven Herren, alle Jahrgang 1936 und einst Klassenkameraden in der Pestalozzi-Schule, waren voll des Lobes über ihre jungen Gesprächspartner. Fischer war angenehm überrascht.

Negatives über die Jugend von heute, auch die Betriebe klagen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Gesprochen habe man unter anderem über die Bombenangriffe 1944 und das Kriegsende 1945, als die Mulde kurzzeitig die Grenze zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Besatzungszone bildete. Aber die Mädchen und Jungen wollten von Hans Fischer wissen, wann er seine Frau kennen lernte. Über die Antwort seien sie dann schon überrascht gewesen, schmunzelt er: "Das war ja 1950", da war er gerade 14 Jahre alt. 

Gunter Mühlmann gab Auskunft über die Historie der Firma Dietel und deren soziales Engagement in der Stadt. Ferner interessierte die Schüler der Autobahn-Bau und das Zusammenwachsen der verschiedenen Ortsteile von Wilkau-Haßlau. Die Jugendlichen seien gut vorbereitet gewesen, meinte er. Annegret Baumann, Leiterin der sozialen Dienste im Seniorenzentrum "Am Rödelbach", führte die Besucher durch das Haus und erläuterte ihnen das Konzept der Einrichtung. Zu diesem gehört beispielsweise, dass die Cafeteria und der Friseur im Zentrum öffentlich sind, so dass es immer wieder zu Begegnungen zwischen den Bewohnern und der Außenwelt kommt. 

Das Bauen von Brücken zwischen den Generationen ist wichtiges Anliegen des ASB-Projektes "Sozial macht Schule", an dem sich die Pestalozzi-Schüler beteiligen. Weitere Bildungsstätten ziehen in Dresden und in Auerbach/V. mit. Neben dem Interview-Tag verbrachten die Jugendlichen einen weiteren Tag im Wilkau-Haßlauer Stadtarchiv und stellten fest, wie schwierig die Spurensuche in historischen Akten ist.

SZ Sebnitz 20.03.07

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