
Gerade hat es zur großen Pause geklingelt: Beim Gedrängel hinaus auf den Schulhof stürzt ein Mädchen auf der Treppe und schlägt sich das Knie auf. Wenige Minuten später ist ein Mitschüler als Schulsanitäter mit seiner Notfalltasche zur Stelle und versorgt das Mädchen mit Desinfektionsmittel und Pflaster.
In mehr als
siebzig Schulen in Deutschland sind solche ASB-Schulsanitäter aktiv. Sie sind
immer dann gefragt, wenn ein Mitschüler krank oder verletzt ist. Wenn das
Sekretariat sie per Handy oder Lautsprecher über den Notfall informiert, heißt
es: Zum Sanitätsraum laufen, die „Sanitasche“ holen und schnellstmöglich zum
Unfallort. Hier ein Pflaster auf eine Schnittwunde kleben, da eine Schürfung am
Knie desinfizieren oder eine Prellung mit dem Cool-Pack kühlen – so sehen die
alltäglichen Aufgaben eines Schulsanitäters aus. Nach der Erstversorgung bleibt
der „Schulsani“ wenn nötig eine Zeit bei dem Verletzten und begleitet ihn dann
zurück in seine Klasse oder wartet in schwereren Fällen, bis der Rettungsdienst
kommt.
Für
Katharina, Schulsanitäterin beim Katharineum in Lübeck, war es keine Frage,
sich beim Schulsanitätsdienst zu engagieren: „Ich finde, dazu gibt´s garnicht
so viel zu sagen, das ist einfach cool.“ Ihr Schulleiter, Jörg Bollmann, sieht
das ähnlich: „Der Schulsanitätsdienst kommt bei Schülern, Lehrern und Eltern
sehr gut an. Dass sich die Schülerinnen und Schüler für andere einsetzen, ist
gut für das gesamte Schulklima.“
Die
„Junior-Sanis“ machen im vom ASB und der Arbeiter-Samariter-Jugend betreuten
Schulsanitätsdienst einen Erste-Hilfe-Kurs und einen Aufbaulehrgang. So lernen
sie, wie man in Notfallsituationen schnell, richtig und mit wenigen
Hilfsmitteln helfen kann. „Die Ausbildung macht Spaß, weil man nette Leute um
sich hat“, findet Benjamin, ebenfalls Schulsanitäter in Lübeck. Doch ein
Schulsanitäter zu sein, bedeutet mehr, als nur über fundiertes Wissen zu
verfügen. Die Schülerinnen und Schüler sind selbstbewusst, weil sie wissen: Ich
kann helfen, wenn es darauf ankommt! Außerdem macht nicht nur die Ausbildung
jede Menge Spaß, sondern auch die regelmäßigen Treffen der
Schulsanitätsdienstgruppen.